Jetzt bestellen
Jetzt testen

Wissenschaftlicher Hintergrund

Gliederung:
Problemstellung
Nachhaltiges Lernen und Grundwissen
Vergessen: Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis
Lösungsansatz

 Neu: Kurzvideo (Flash) "AZ6-1 in 5 Minuten". Die Hintergründe und die Lernmethode werden anschaulich erläutert.

Problemstellung

Durch die sozialpsychologischen und demografischen Veränderungen im 20. Jahrhundert mit der klaren Entwicklung hin zu einer Informations- und vor allem Wissensgesellschaft erlangten Bildung und dadurch auch der Einsatz von Unterrichtsmethoden einen neuen, viel bedeutsameren Stellenwert in der sozialkritischen Diskussion. Die Herausforderungen an Lehrer und Eltern sind durch diese Veränderungen größer und schwieriger geworden. Berichte aus der Schulpraxis sprechen immer wieder von Schulmüdigkeit und Schulverdrossenheit einerseits und mangelnder Konzentrationsfähigkeit andererseits. [1] Hinzu kommt nicht selten eine nachlassende intrinsische Motivation. [2] Die intrinsische Motivation (aus eigenem Wollen heraus) der Schüler ist nur noch niedrig ausgeprägt, weshalb es häufig notwendig ist, die extrinsische Motivation (von außen durch Anreize in Gang gesetzte Motivation) zu erhöhen. Der Verlust der intrinsischen Motivation seitens der Schüler ist auch im Zusammenhang mit den soziomorphologischen Veränderungen unserer Zeit zu sehen. So sind im Zeitalter der Technologisierung Fernseher, Computerspiele und Handys für die Schüler nicht mehr wegzudenken. Diese enorme, auf die Schüler geradezu einströmende Informationsflut hat nicht selten eine behindernde und lähmende Wirkung auf den Unterricht, da die Aufnahmekapazität der Schüler für Lehrinhalte beschränkter ist als früher. Erschwerend kommt hinzu, dass die Lehrer in den Schulen heutzutage verstärkt auf Lernstörungen im privaten Bereich der Schüler eingehen müssen. Diese können hervorgerufen werden durch Faktoren wie: Krankheit, Scheidung der Eltern, Drogenkonsum, Alkohol, falsche Ernährung oder ähnliches.

Dieser Situation haben die Lehrer und Eltern zu begegnen. Aber auch Schüler, die bereits völlig eigenverantwortlich lernen, müssen sich der Herausforderung aufgrund der geschilderten sozialpsychologischen und demografischen Veränderungen stellen.

In Deutschland haben die Ergebnisse der im Jahr 2003 [3] durchgeführten und in den Medien sehr breit behandelte PISA-Studie einen Denkprozess und eine öffentliche Diskussion über Lernmethoden und -systeme angestoßen. Die Studie hatte ergeben, dass das Lernen der Schüler in Deutschland weniger auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, sondern eher kurzzyklisch auf die nächste Leistungsüberprüfung. Im Bezug auf Lernkompetenz, mathematische Kompetenz und naturwissenschaftliche Kompetenz hatte Deutschland nur Platz 16, 19 und 15 belegt.

Vor diesem Hintergrund hat sich in den letzten Jahren ein Wandel in der Anwendung von Unterrichtsmethoden entwickelt. In gewisser Weise ist es ironisch, dass diese Diskussion erst nach den beiden PISA-Studien geführt wurde, hat doch bereits 1982 Hilbert Meyer eine differenzierte "Methoden-Kultur" gefordert. [4]

In der Praxis stehen zahlreiche Unterrichtsmethoden zur Verfügung, wie Gruppenpuzzle, Rollenspiele, fragend-entwickelnder Unterricht sowie Mind Mapping und Lernkarteien. Dies sind nur einige Beispiele für neue Unterrichtsmethoden, welche die Resultate der modernen Hirn- und Lernforschung umsetzen. Diese können jedoch nur sehr bedingt im Unterricht eingesetzt werden. Zeitmangel und Lehrermangel bei gleichzeitig überfrachteten Lehrplänen und überfüllten Klassenräumen führen dazu, dass häufig noch nach "den alten Regeln" unterrichtet wird.

Die heute in einer allgemeinen Diskussion geforderte Förderung der Selbstständigkeit und Eigeninitiative der Schüler ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen nur schwer umsetzbar. Das ist insbesondere deswegen bedauerlich, weil Kompetenzen wie Kommunikation, Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und Eigeninitiative heute nicht nur von den Unternehmen der freien Wirtschaft als Voraussetzungen an zukünftige Auszubildende gestellt werden. Vielmehr werden derartige Kompetenzen in der heutigen Informations- und Wissensgesellschaft in allen anderen Lebensbereichen immer unentbehrlicher für die Jugendlichen.

Computergestütztes Lernen ist zwar keine generelle Lösung für die geschilderte Gesamtproblematik, kann aber ein wichtiges Mosaiksteinchen bei der Aus- und Weiterbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen werden, wie der nächste Abschnitt aufzeigt.

 

Nachhaltiges Lernen und Grundwissen

Neben einer grundsätzlichen Diskussion um nachhaltiges Lernen hat die PISA-Studie auch zu einer erneuten Diskussion um das Grundwissen geführt. Grundwissen bildet jedoch die unabdingbare Voraussetzung für Folgewissen bzw. die Abrufbarkeit von breitem und verstandenem Strukturwissen oder Spezialwissen. Grundwissen ist daher die Prämisse für lebenslanges Lernen. [5] Das Vorhandensein von elementarem Grundwissen in den Köpfen der Schüler bildet demnach auch die Basis für den späteren Lernerfolg von Fach-, Struktur- oder Spezialwissen.

Generell besteht bei der Vermittlung des Grundwissens das Problem, dass es überwiegend aus Fachbegriffen besteht. Deswegen ist dessen Vermittlung relativ unattraktiv und unbeliebt bei Schülern und auch bei Lehrern. Der Aufbau von Grundwissen ist nur durch intensive und regelmäßige Wiederholung möglich. Um diese Aufgabe leichter bewältigen und interessanter gestalten zu können, wurden zahlreiche Memotechniken entwickelt, die moderne Erkenntnisse aus der Gehirnforschung nutzen.

 

Vergessen: Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis

Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entstehen beim Denken bestimmte Verbindungsmuster, an denen eine große Menge unserer Gehirnzellen beteiligt sind. Je öfter diese Verbindungsstrukturen genutzt werden, umso höher wird die spätere Erinnerungsfähigkeit. Das Gedächtnis ist mit einer Vorratskammer für unser Wissen vergleichbar. [6] Es gibt verschiedene Gedächtnisarten, über die unser Gehirn neue Informationen speichert. Die Dauer, mit der die Informationen nach der Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung in unserem Gedächtnis verbleiben, ist unterschiedlich. Das Ultrakurzzeitgedächtnis speichert Informationen nur kurz, das Kurzzeitgedächtnis nur fünf bis zwanzig Minuten, das Langzeitgedächtnis speichert Informationen auf Dauer.

Informationen, die vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis überführt werden sollen, müssen ständig wiederholt werden. Die Herbeiführung von Assoziationen der neuen Informationen mit bereits vorhandenem, bereits im Gedächtnis gespeichertem Wissen fördert den Lern- bzw. Speicherungsprozess. Informationen, die nicht ins Langzeitgedächtnis verschoben werden, werden nach einer gewissen Zeit wieder vergessen. Bereits 1885 hat der Forscher Hermann Ebbinghaus die recht bekannte "Vergessenskurve" entwickelt. Demnach verhalten sich die Quotienten aus Behaltenem und Vergessenem ungefähr umgekehrt wie die Logarithmen der verstrichenen Zeit. [7]

Vergessenskurve nach Ebbinghaus
Quelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/Vergessen.shtml

 

Auch gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Wahrnehmungskanal und dem Behaltenswert, wie die folgende Tabelle deutlich macht:

Die Daten aus der Tabelle machen deutlich, wie wichtig und essenziell Wiederholungen für den dauerhaften Lernerfolg sind. Gerade in den Bereichen des Lesens, Hörens und Sehens, die im Frontalunterricht in Kombination mit dem Lehrervortrag gefordert werden, sind die Vergessenswerte besonders hoch.

 

Lösungsansatz

Um den beachtlichen Vergessensverlust neu gelernter Inhalte zu verhindern, gibt es nur eine Strategie, die zwar schon lange bekannt ist, aber selten befolgt wird: "Repetitio est mater studiorum! - Die Wiederholung ist die Mutter des Lernprozesses!". Jedoch ist mit Wiederholungen nicht das sture Pauken, sondern das Wiederholen mit System gemeint. Eine Faustregel für ein effizientes Wiederholungslernen lautet nach Keller: [8]

  • Wiederhole ein paar Stunden später.
  • Wiederhole tags darauf.
  • Wiederhole nach einer Woche.
  • Wiederhole nach einem Monat.
  • Wiederhole nach sechs Monaten.

Neben dem Wiederholungszyklus ist auch die gezielte Ansprache verschiedener Sinnesorgane förderlich für den Lernerfolg. Die oben dargestellte Tabelle macht deutlich, dass es durchaus große Unterschiede für das Vergessen bzw. Behalten von Lerninhalten bei Aufnahme durch die unterschiedlichen Wahrnehmungskanäle gibt.

Computerbasierte Lernsysteme bieten eine Möglichkeit, die Lerneffizienz zu steigern. Sowohl der Aspekt der gezielten Wiederholung als auch die Ansprache mehrerer Sinnesorgane erhöht den Lernerfolg. Die Lernsysteme nehmen dem Lernenden außerdem bestimmte Verwaltungsaufgaben ab. Somit kann sich der Lernende auf die wesentlichen Inhalte konzentrieren.

Dabei erfinden computerbasierte Lernsysteme "das Rad jedoch nicht neu". Zumeist basieren solche Systeme auf pädagogisch erprobten und lernpsychologisch bewährten Methoden. Die Lernkartei von dem bekannten Psychologen Sebastian Leitner ist eine dieser erprobten Methoden. Die Methode basiert auf einem Fünffächer-Karteikastensystem, in das sogenannte Lernkarten einsortiert werden. Auf der Vorderseite jeder Lernkarte steht eine Frage oder eine Vokabel. Auf der Rückseite steht die Antwort. Hat der Lernende die richtige Antwort gewusst, so darf er das Kärtchen in das nächste Fach einsortieren. Hat der Lernende die richtige Antwort nicht gewusst, so wandert das Kärtchen wieder in das erste Fach. Die Fächer haben eine unterschiedliche Breite und können demnach unterschiedlich viele Kärtchen aufnehmen. Obwohl diese Methode raffiniert und einfach zu gleich ist, basiert sie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Lerntheorie. Die klassische Lernkartei wird von führenden Experten empfohlen.

Weiterführende Links zu Sebastian Leitner und der Lernkartei:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lernkartei
So lernt man lernen. Der Weg zum Erfolg.

Anfang 2000 wurden in den USA und der Schweiz computerbasierte Lernprogramme entwickelt, die Leitners Lernkartei als Vorbild hatten. In den USA war es die Firma Tuolumne Technology, in der Schweiz die Firma Archivista. In Deutschland wurden nach 2001 vergleichbare Programme entwickelt, die ebenfalls Leitners Lernkartei als Vorbild verwenden.

Jedoch einzig die EDV-technische Umsetzung und Verbesserung der von Leitner entwickelten Lernkartei zum Transfer von Lerninhalten in das Langzeitgedächtnis löst das elementare Problem von Kindern, Jugendlichen und auch von Studenten nicht. Diese müssen nämlich nicht nur Grundwissen als Basis für Folge- und Spezialwissen erlangen, sondern auch Lerninhalte zu einem ganz bestimmten Datum beherrschen, etwa um einen Test zu bestehen oder eine gute Note zu erlangen. Genau hier setzt AZ6-1 an. AZ6-1 bietet beides: einen Modus für das Lernen mit Blickrichtung Klassenarbeit oder Klausur und einen Modus für das Lernen von Grundwissen auf Dauer. Beide Modi sind miteinander verknüpft.

Insofern verbindet AZ6-1 wissenschaftlich bewährte Methoden aus der Lernpsychologie und erweitert diese durch eine besondere Systematik mit Hinblick auf eine gezielte Steigerung der Lerneffizienz.

  1. AZ6-1 ermöglicht unter der Berücksichtigung des selektiven Lernens sowohl den Bedarf des Lernenden für ein ganz bestimmtes Ereignis "fit" zu werden, als auch Lerninhalte im Sinne von Grundwissen ins Langzeitgedächtnis zu transferieren. Auf diese Weise wird eine Doppelwirkung erzielt, die im schulischen Bereich bereits mittelfristig zu deutlich besseren Noten führt.
    Schüler, Jugendliche und Studenten können sich für einen Test in naher Zukunft optimal vorbereiten, und gleichzeitig die Lerninhalte über die AZ6-1-Automatik in das Langzeitgedächtnis transferieren. Die Lerninhalte werden auf ihrer "Reise ins Langzeitgedächtnis" nach einem bestimmten System wiederholt, sodass diese bei Tests oder Klassenarbeiten die in der Zukunft liegen, dem Lernenden präsent sind.
  2. Es werden nicht alle Lerngruppen und Lerntypen "über einen Kamm geschoren". Viel mehr wird durch die Möglichkeit der Individualisierung der Software und auch der visuellen Anpassung der Software an die Vorlieben des Lernenden eine höhere Affinität zum Lernprogramm bzw. eine bessere Identifikation mit dem Lernprogramm erreicht. Eine höhere Motivation, die schlussendlich in einem besseren Lernerfolg resultiert, ist die gewünschte Konsequenz.

 

 

________________________________
[1] vgl. Steiner, I.: Interessengeleitetes Lernen: Theorie u. Praxis e. tätigkeitsspezif. Motivationsmodells, Ehrenwirth Verlag, München, 1983, Seite 9

[2] vgl. Schräder-Naef, R.: Schüler lernen lernen: Vermittlung von Lern- und Arbeitstechnik, Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 1996, Seite 186

[3] vgl. http://pisa.ipn.uni-kiel.de/Ergebnisse_PISA_2003.pdf, Zugriff 29.01.2007

[4] vgl. Friedrichs, K., Meyer, H., Pilz, E.: Unterrichtsmethoden, Universität Oldenburg, 1982

[5] vgl. Dubs, R.: Löst dieser neue curriculare Ansatz die alten Probleme der Lehrpläne und des Unterrichts an Wirtschaftsschulen? In: Lipsmeier, A., Pätzold, G. (Hrsg.): Lernfeldorientierung in Theorie und Praxis, Stuttgart, 2000

[6] vgl. Bedersdorfer, H-W., Bohse-Wagner, N., Strittmatter, P.: Forschungsprojekt "Konkretisierung, Durchführung und Evaluation pädagogischer Maßnahmen zum Abbau von Angst in schulischen Leistungssituationen, Kurs "Leichter Lernen"

[7] vgl. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/Vergessen.shtml, Zugriff am 30. September 2006

[8] vgl. Keller, G.: Lernen will gelernt sein!: Ein Lerntraining für Schüler, Quelle & Meyer Verlag, 1994, Seite 37

[9] Diese Methode wird in der Literatur bisweilen auch Lernbox, Lernkartei-Kasten, Lernmaschine, Memo-Box oder Lernkartei genannt.